Der Leda-Jümme-Verband


Historie:

Vor der Bedeichung der Wasserläufe und auch später noch brachten Sturmfluten großflächige Überschwemmungen in unseren Landstrich. Allmählich wuchsen die Ansprüche an einen umfassenden Hochwasserschutz. Einzelne Maßnahmen brachten schon Mitte des 19. Jahrhunderts örtliche Verbesserungen. Planmäßig begann man 1935 mit der wintersturmflutfreien Bedeichung an der Leda oberhalb der Stadt Leer. Die Arbeiten wurden jedoch wieder eingestellt, da der nicht tragfähige moorige Untergrund Schwierigkeiten brachte. In einem Modellversuch prüfte die Versuchsanstalt für Wasser-, Erd- und Schiffbau in Berlin den Bau eines Sperrwerkes in der Leda bei Leer. Die Arbeiten kamen wegen des Krieges zum Erliegen. Die Entwurfsarbeiten und die Vorarbeiten zur Gründung des Leda-Jümme-Verbandes wurde jedoch weiter betrieben.
Am 28.2.1948 ist der Geburtstag des Leda-Jümme-Verbandes und der Beginn eines planmäßigen bis in die Gegenwart andauernden Ausbaues des Hochwasserschutzes nach dem Generalplan für das Leda-Jümme-Gebiet. Das Leda-Sperrwerk bei Leer konnte 1954 fertig gestellt werden und schützt seitdem das dahinter liegende niedrige Gebiet vor Sturmfluten.


Name, Sitz:

Der Leda-Jümme-Verband (LJV) ist ein Wasser- und Bodenverband im Sinne des Wasserverbandsgesetzes und ein Deichverband im Sinne des Niedersächsischen Deichgesetzes. Der Leda-Jümme-Verband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat seinen Sitz in Leer.

Verbandsgebiet:

Das Verbandsgebiet des Leda-Jümme-Verbandes erstreckt sich auf das Niederungsbecken von Leda und Jümme. Es umfaßt das rd. 58.230 Hektar große unterhalb der Höhenlinie NN + 5,00 Meter liegende geschützte Gebiet in den Gemeinden Apen, Bad Zwischenahn, Edewecht, Westerstede, Barßel, Friesoythe, Saterland, Bockhorst, Ostrhauderfehn, Rhauderfehn, Westoverledingen, Leer, Nortmoor, Brinkum, Holtland, Hesel, Filsum, Detern und Uplengen. Die in offener Verbindung mit der Ems stehende Leda ist mit ihren Zuflüssen noch weit landeinwärts dem Tidewechsel unterworfen. Der mittlere Tidehub beträgt beim Leda-Sperrwerk in Leer rd. 3,0 Meter und am Dreyschloot, einer Querverbindung zwischen Leda und Jümme im Raum Barge/Roggenberg noch rd. 80 cm.

Aufgabe:

Der Leda-Jümme-Verband hat zur Aufgabe, die Grundstücke seines Gebietes vor Hochwasser zu schützen. Um dies zu gewährleisten, werden rd. 250 km Deiche (Haupt- und Schutzdeiche) der Gewässer Leda, Jümme, Dreyschloot, Barßeler Tief, Aper Tief, Norder- Süder- und Ollenbäke, Nordloher und Godensholter Tief, Nordloher Kanal, Soeste, Elisabethfehnkanal, Sagter Ems, Hauptfehnkanal und Burlage Langholter Tief unterhalten.

Weitere wesentliche Bestandteile des Hochwasserschutzes sind:

5 geregelte Entlastungspolder

1 Hochwasserrückhaltebecken

8 ungeregelte Polder


Organisation:

Mitglieder des Verbandes sind die jeweiligen Eigentümer der im Verbandsgebiet liegenden Grundstücke. Die Mitglieder wählen aus ihren Reihen alle 5 Jahre einen Verbandsausschuß. Der Verbandsausschuß wählt alle 5 Jahre einen Vorstand. Ein Mitglied des Vorstandes ist Oberdeichrichter (Vorstandsvorsitzender). Die Aufgaben von Vorstand und Ausschuß sind in der Satzung entsprechend den Vorschriften des Wasserverbandsgesetzes festgelegt.

Finanzierung:

Nach dem Niedersächsischen Deichgesetz sind die im Schutze der Deiche liegenden Grundstückseigentümer zur gemeinschaftlichen Deicherhaltung verpflichtet. Daraus resultierend verteilt sich die Beitragslast auf die beitragspflichtigen Mitglieder im Verhältnis der Einheitswerte bzw. Ersatzwerte der zum Verband gehörenden beitragspflichtigen Grundstücke multipliziert mit einem Hebesatz. Bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben wird der 1,5-fache Einheitswert zu Grunde gelegt.

Verwaltung:

Die Verwaltung ist in einem Bürogebäude in Leer untergebracht und besteht aus dem Geschäftsführer und Verbandsingenieur, dem Kassenverwalter sowie zwei weiteren Verwaltungsangestellten.

Bauhof:

Der gemeinsame Bauhof mit der Sielacht Stickhausen befindet sich in Ostrhauderfehn, Ortsteil Potshausen direkt am Ledadeich. Die Unterhaltungsarbeiten an den Deichen und Anlagen werden von 8 Bauhofarbeitern durchgeführt.