Deichunterhaltung

Deichunterhaltung – Was bedeutet das?

Deichverbände sind die „Urzelle“ der Wasserverbände. Ihre Aufgabe besteht in der Erhaltung der rund 650 km langen Küstendeiche und im Hochwasserschutz für das Binnenland. Die ersten Küstenschutzverbände stammen aus dem 12./13. Jahrhundert. Dort hatte man bereits seit langem erkannt, dass der Kampf des Menschen gegen das Wasser dann vergebens ist, wenn man diesen Kampf dem Einzelnen überlässt. Nur die Gemeinschaft konnte Erfolg haben. Aus dieser Erfahrung der kollektiven Gefahrenabwehr entstand das Gemeinschaftsgefühl und das Betroffenheitsinteresse.

Deichunterhaltung ist eine Daueraufgabe. Im Leda-Jümme-Gebiet bleiben insbesondere die Hochwasser von 1954, 1979, 1983 und 1998 in Erinnerung. Sie brachten Deichüberströmungen und teilweise Deichbrüche mit sich. In den vergangenen 75 Jahren ist im Leda-Jümme-Gebiet von allen Beteiligten eine großartige Arbeit geleistet worden. Wir befinden uns in einer Phase relativer Sicherheit. Viele Deiche haben ihre Sollhöhen und Profile erreicht, Retentionsräume wurden geschaffen. Nach Auffassung vieler Experten werden Hochwasser durch die zunehmende globale Erwärmung der Erdoberfläche häufiger und mit wachsenden Flutmarken auftreten. Daher gilt das im 18. Jahrhundert von dem jeverschen Deichrichter Albert Harms geprägte Wort: „Kein Deich, kein Land, kein Leben“ damals wie heute. Hinter diesem prägnanten Satz steht die Erkenntnis, dass es trotz allem technischen Fortschritt ohne Deichbau und Deichunterhaltung für die Menschen hinter den Deichen keinen sicheren Lebensraum geben kann.